Rebhuhn-Wachtel-Programm
Saatgutbestellungen können ab sofort bei den Hegeringleitern erfolgen. Bezugspreis bleibt unverändert 1,-€/kg. Die Gesamtmenge ist in diesem Jahr begrenzt auf 600kg. Saatgutbedarf 15kg/ha.
Ein Offenlandprogramm der Jägervereinigungen des Main-Tauber-Kreises
Das Rebhuhn-Wachtel-Programm wurde im Jahr 1997 ins Leben gerufen. Es ist Teil des „Artenschutzprogramms des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg e.V..
Ziel war, den Artenschwund des Offenlandes zu stoppen.
In Zusammenarbeit mit den Landwirten und den zuständigen Behörden wurden Ackerflächen, die im Rahmen der EU-Flächenstilllegungsverordnung aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen worden waren, mit artenreichen Saatmischungen eingesät.
Die Aussaatmenge war und ist bewusst mit 12 kg/ha so gering gehalten, um vorhandenen Wildpflanzen eine Überlebenschance zu geben und um im Bestand selbst ein warmes Kleinklima zu erzeugen.
Die Zusammensetzung der Mischungen berücksichtigen geltendes Naturschutz- und Wasserrecht.
Nach Aufhebung der EU-Flächenstilllegungsverordnung im Jahr 2008 verzeichnete das Programm zunächst einen erheblichen Rückgang. Seit Einbruch der Weltmarkt-Preise für Getreide und Ölsaaten stehen jetzt wieder mehr Ackerflächen zur Verfügung, so dass das Programm mit ca. 100 Hektar Neueinsaat in 2010 wieder seine frühere Dynamik erreicht hat.
Die so eingesäten Flächen lassen zahllose Nahrungsketten entstehen. Diese sind wiederum untereinander vernetzt. Kreuzhefepilz – wichtig für das Verdauungssystem von Wiederkäuern, Insekten, Reptilien, Stand- und Zugvögel wie Rebhuhn und Wachtel, Hase, Reh und Schwarzwild waren und sind die Nutznießer.
Das Artenmonitoring bestätigt den Erfolg des Programms.
Der Wildverbiß an land- und forstwirtschaftlichen Nutzpflanzen ist im Bereich der Rebhuhn-Wachtel-Flächen messbar reduziert.

Zur Einsaat kommen drei Saatmischungen:
- „Universalmischung-1“ für kalkhaltige basische Böden; z.B. Muschelkalk- /
Keuperverwitterungsboden und die... - „Universalmischung-2“ für kalkfreie, leicht bis mäßig sauere Böden; z.B. Buntsandsteinverwitterungsboden;
- „Dauerwildwiesenmischung Odenwald“, eine Süßgras- / Klee- / Kräutermischung, die je nach Standort durch Beimischungen von regionalen Wildblumensamen ökologisch aufgewertet wird. Diese Saatmischung berücksichtigt die gesetzlichen Vorgaben des § 44 LNatSchG.
Standzeit aller eingesäten Flächen mehr als 5 Jahre.
Finanzierung des Programms:
Die Saatgutpreise sind dank eines Rahmenvertrags über den Landesjagdverband mit dem Saatgutlieferanten sehr niedrig. Fördermittel aus der Jagdabgabe und Selbstbehalt der Jagdpächter erlauben es, das Saatgut kostenlos an die Landwirte abzugeben.
Weitere Informationen erteilen Ihnen gerne die örtlichen Jäger, Hegeringe, Jägervereinigungen oder der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V., Stuttgart.
(c) Bilder: Winfried Müller




